Fachkräftemangel

Fachkräftemangel Definition

Der Fachkräftemangel bezeichnet den Zustand der Wirtschaft, bei dem eine große Anzahl an unbesetzten Arbeitsstellen vorliegt, weil auf dem Arbeitsmarkt nicht ausreichend qualifiziertes Personal zu finden ist. Je größer der Fachräftemangel, desto größer ist auch der War for Talents. Im Kampf um die besten Talente versuchen Unternehmen eine wirkungsvolle Arbeitgebermarken aufzubauen; meist mithilfe eines Bewerbermanagement.


Ursachen und Verbreitung

Ein Fachkräftemangel kann durch den Mangel an allgemeiner und beruflicher Ausbildung oder durch weitreichendere soziale und wirtschaftliche Faktoren, wie beispielsweise die zunehmende Digitalisierung und den demographischen Wandel, verursacht werden.

Der Fachkräftemangel weist verschiedene Verbreitungsformen vor. Er kann eine bestimmte Region, eine Branche oder ein ganzes Land betreffen.

Ein innerbetrieblicher Fachkräftemangel kann auf folgende Faktoren zurückgeführt werden:

  • schlechtes Unternehmensimage
  • schlechte Bezahlung
  • schwache Mitarbeiterbindung
  • unzureichende Angebote an Schulungs- und Fortbildungsmöglichkeiten

 

Fachkräftemangel als ökonomisches Problem

Der Bedarf und das Angebot an Humankapital, also Mitarbeitern, sind keiner festen Größe unterstellt und können sich deshalb immer wieder stark verändern. Sie werden unter anderem über die Vergütung von der jeweils anderen Marktseite, also den Nachfragern, beeinflusst. Der Fachkräftemangel wird daher als ein Marktungleichgewicht aufgefasst.

Die Anzahl der Mitarbeiter, die durch eine Ausbildung oder ein Studium mit den entsprechenden Qualifikationen ausgestattet wurden, entsprechen oft nicht dem Bedarf, der eigentlich auf dem Markt benötigt wird.

Fachkräftemangel als langfristige Arbeitsmarktprognose

Neben dem aktuellen Fachkräftemangel kann man zudem von einem Fachkräftemangel als langfristiges Arbeitsmarktungleichgewicht sprechen.

Dieser Diagnose liegen unter anderem die folgenden Argumente zugrunde:
Die Anzahl der Führungskräfte wird aufgrund des demographischen Wandels weiter zurückgehen. Es wird davon ausgegangen, dass Veränderungen im Bildungsbereich und eine Erhöhung der Erwerbsquote nicht ausreichen werden, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern.

Die Nachfrage nach Fachkräften wird sich auch weiterhin erhöhen, beziehungsweise weniger stark zurückgehen als das Angebot. Aufgrund dessen hat sich das Verhältnis von Nachfrage und Angebot zu Gunsten der Fachkräfte verschoben. Die erhöhte Nachfrage nach Fachkräften ist darauf zurückzuführen, dass Sektoren mit einem hohen Fachkräfteeinsatz an Bedeutung gewinnen, oder aber technische Entwicklungen den Einsatz von mehr Fachkräften begünstigen.


Beispiele für den Fachkräftemangel

Durch die Zunahme der Studierenden, gibt es vor allem innerhalb der klassischen Ausbildungsberufe, wie in den kaufmännischen oder handwerklichen Berufen einen zunehmenden Fachkräftemangel. Auch soziale Berufe, wie Krankenpfleger/innen in den Krankenhäusern oder in Pflegeheimen leiden sehr stark unter dem zunehmenden Personalmangel.

Zudem besteht ein erheblicher Fachkräftemangel im MINT-Bereich und den naturwissenschaftlichen und mathematischen Studiengängen.


Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel

Die Verbreitung des Fachkräftemangels auf nationaler Ebene, kann durch effektive Arbeitskräfteplanung und die Entwicklung von Strategien für die allgemeine und berufliche Erwachsenenbildung behoben werden.

Viele Unternehmen und Branchen weiten die Fachkräftesuche zudem ins Ausland aus, um so dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken.

Auf Unternehmensseite sollten Arbeitgeber verstärkt Zusatzleistungen anbieten und ihr Employer Branding so gestalten, dass die Positionen der Arbeitnehmer im Unternehmen so attraktiv wie möglich werden. Zusatzleistungen zur Stärkung der eigenen Arbeitgebermarke können beispielsweise folgende sein:

  • monetäre Zusatzleistungen in Form von Urlaubs-/ Weihnachtsgeld oder Provision
  • Mitarbeiterkantine oder Mitarbeiterküche
  • Betriebskindergarten
  • Eigenes Fitnessstudio oder Mitgliedschaft in einem externen Studio