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11
Mai

Karriereblog – Instrument für Ihr wirkungsvolles Employer Branding

Dr. Martin Völkl

Mit einem Karriereblog Top-Kandidaten für das eigene Unternehmen gewinnen? Mit dieser Frage müssen sich Personalverantwortliche zunehmend beschäftigen, um langfristig auf dem Markt wettbewerbsfähig bleiben zu können. Während große Konzerne die Talente der Generation Y mit hohen Einstiegsgehältern und Zusatzleistungen wie Boni, einer Kantine oder einem Fitnessstudios ködern, müssen kleine und mittelständische Unternehmen andere weniger kostenintensive Maßnahmen in Erwägung ziehen. Dabei ist die Etablierung einer attraktiven Arbeitgebermarke unumgänglich. Mithilfe sogenannter Karriereblogs steht Unternehmen ein Instrument für ein wirkungsvolles Employer Branding zur Verfügung.


Was ist ein Karriereblog?

Ein Karriereblog ermöglicht Ihrem Unternehmen eine direkte und persönliche Ansprache auf eine kreative und ansprechende neue Art und Weise. Der Karriereblog, als Instrument des Content-Marketings, kann so die anvisierte Zielgruppe beraten und informieren und nebenbei mit nützlichen Informationen versorgen sowie gleichzeitig ein stärkeres Interesse an Ihrem Unternehmen hervorrufen.

Mithilfe von interessanten Beiträgen kann der Karriereblog als langfristiges Mittel für den Beziehungsaufbau mit potenziellen Bewerbern genutzt werden. Dies wird zunehmend essenzieller, da für viele Arbeitnehmer die Beziehung und Identifikation mit ihrem potenziellen Arbeitgeber immer wichtiger wird.


5 Tipps für einen erfolgreichen Karriereblog

Um einen Karriereblog erfolgreich aufzubauen, sollten Sie die nachfolgenden Tipps berücksichtigen.

Tipp 1: Technische Umsetzung

Der Karriereblog Ihres Unternehmens kann beispielsweise in die Unternehmenswebseite oder idealerweise in die eigene Karriereseite integriert werden. Als CMS (Content-Management-System) eignet sich unter anderem die umfangreiche Blog-Software WordPress, die speziell auf die Bedürfnisse eines Blogs zugeschnitten und zudem relativ leicht zu bedienen ist.

Tipp 2: Aufbau & Gestaltung

Der Blog sollte idealerweise entsprechend der definierten Zielgruppen unterteilt werden.

In diesem Fall können beispielsweise folgende Untergliederungen möglich sein:

  • Schüler
  • Auszubildende & Studenten
  • Berufseinsteiger
  • Berufserfahrene

Um die Interessenten und potenziellen Bewerber anzusprechen, sollte der Karriereblog mit vielen ansprechenden Bildern gestaltet werden. Um den Interessenten direkt einen Einblick in Ihren Betrieb zu ermöglichen, ist es zudem empfehlenswert, unternehmensinterne Bilder der Mitarbeiter oder der verschiedenen Abteilungen als Titelbild und für Blogbeiträge zu verwenden. Beispiele für ansprechend gestaltete und erfolgreiche Karriereblogs zeigen wir Ihnen am Ende dieses Beitrages.

Tipp 3: Themen & SEO

Um die definierten Zielgruppen explizit anzusprechen, ist es sinnvoll, eine Zielgruppen-Recherche durchzuführen und darauf basierend Personas zu entwickeln. Danach kann die Perspektive der verschiedenen Gruppen leichter eingenommen und aus deren Sicht interessante Themen entwickelt werden.

Ziel der veröffentlichten Beiträge ist immer, den Interessenten einen Blick hinter die Kulissen Ihres Unternehmens zu ermöglichen. Folgende Themenbereiche sind für Ihren Karriereblog denkbar:

  • Erfahrungsberichte von Studenten, Auszubildenden, Berufseinsteigern und Berufserfahrenen
  • Interviews mit dem Geschäftsführer oder Führungskräften
  • Hinweise auf Veranstaltungen wie z. B. Karrieremessen
  • Beiträge über Mitarbeiterveranstaltungen und Teamevents
  • Vorstellung neuer Mitarbeiter

Neben interessanten Themen für die Zielgruppe sollte eine ausgearbeitete SEO-Strategie zur Themenfindung hinzugezogen werden. Mithilfe des kostenlosen Keyword-Planers von Google AdWords oder Google Trends können Sie suchmaschinenrelevante Keywords identifizieren und die Themenschwerpunkte festlegen.

Tipp 4: Redaktion & Autoren

Ein Karriereblog sollte immer offen publizieren, wer über die Seite bloggt und welche Funktionen die Blogger im Unternehmen einnehmen. Sinnvoll ist es zudem, Autoren aus verschiedenen Abteilungen und Hierarchiestufen zu wählen, um möglichst viele Interessenten der verschiedenen Zielgruppen zu erreichen. Trotz der unterschiedlichen Autoren, sollte die Qualität der Beiträge aber gleichbleiben hoch sein.

Zudem ist auch die Frequenz der Veröffentlichungen im Karriereblog entscheidend für das Content-Marketing. Aufgrund dessen müssen in Ihrem Unternehmen mindestens wöchentlich Beiträge gepostet werden.

Tipp 5: Karriereblog und Social Media

Gerade die junge Generation Y ist neben der Suche über das Internet vermehrt in den sozialen Netzwerken unterwegs. Nicht nur für die private Nutzung, sondern zunehmend auch für die Recherche nach potenziellen Arbeitgebern und offenen Stellenangeboten.

Aufgrund dessen sollte der Karriereblog und die veröffentlichten Beiträge auch über die Social-Media-Kanäle Ihres Unternehmens veröffentlicht und beworben werden.


Die besten Karriereblogs - Beispiele

Karriereblog: Peek & Cloppenburg

Der Karriereblog von Peek & Cloppenburg ist auf drei Zielgruppen ausgerichtet:

  • Schüler & Abiturienten
  • Studenten & Absolventen
  • Berufserfahrene

Neben Erfahrungsberichten der bestehenden Mitarbeiter, innerhalb der einzelnen Zielgruppen, werden auch Mitarbeiterinterviews mit ansprechenden Bildern veröffentlicht.
Der Karriereblog wird von verschiedenen Autoren, darunter Festangestellte, Studenten oder Auszubildende, ein bis dreimal pro Woche bespielt. Neben einem Hinweis zu den sozialen Netzwerken, ist auch ein Verweis zur eigenen Karriereseite des Unternehmens und den Stellenangeboten von Peek & Cloppenburg zu finden.

 

Screen Karriereblog Peek und Cloppenburg

 © Peek & Cloppenburg (karriereblog.peek-cloppenburg.de)


Karriereblog: Fresenius

Der Karriereblog von Fresenius ist Bestandteil der Karriereseite des Unternehmens. Der Blog ist wie der Karriereblog von Peek & Cloppenburg auf verschiedene Zielgruppen ausgerichtet:

  • Berufserfahrene
  • Berufseinsteiger und Studierende
  • Azubis & Dual Studierende

Neben Erfahrungsberichten von Mitarbeitern werden regelmäßig Beiträge zu Veranstaltungen und den Themenbereichen Ausbildung & Duales Studium sowie verschieden Interviews gepostet. Bei den Autoren, die die Beiträge über den Karriereblog veröffentlichen, handelt es sich lediglich um drei festangestellte Personalverantwortliche der Fresenius SE & Co. KGaA.
Neben einem Hinweis zu den sozialen Netzwerken, gibt es auch hier einen Verweis zur den aktuellen Stellenanzeigen.




Screen Karriereblog Frisenius
© Fresenius (karriere.fresenius.de/de/blog/search)


Karriereblog: Carl Zeiss

Der Karriereblog der Carl Zaiss AG ist in die Unternehmenswebseite integriert. Über den Blog werden Beiträge zu folgenden Themen veröffentlicht:

  • Allgemein
  • Erfahrungsberichte
  • Events
  • Hackathon

Ziel des Blogs ist es, Bewerbern und Interessenten einen Einblick in die Arbeitswelt von ZEISS zu ermöglichen. Neben Erfahrungsberichten zum Berufsalltag, werden Interviews mit Führungskräften, Mitarbeitern, Praktikanten und Auszubildenden geführt sowie Hinweise zu Messen und Karriereveranstaltungen veröffentlicht.

Neben einem Hinweis zu den sozialen Netzwerken ist auch ein Verweis zur eigenen Karriereseite und den Stellenangeboten der Carl Zeiss AG zu finden.

 

Screen Karriereblog Carl Zeiss

©  ZEISS (blogs.zeiss.com/career/dede/)


Fazit Karriereblog

Der Karriereblog eines Unternehmens ist ein sehr spannendes und wirkungsvolles Instrument des Employer Branding. Gerade hinsichtlich der jüngeren Generation, die zunehmend den Drang nach Identifikation mit dem zukünftigen Arbeitgeber verspürt, sollte der Karriereblog gerade von kleinen und mittelständischen Unternehmen verstärkt genutzt werden.

Der regelmäßig wiederkehrende redaktionelle Aufwand sollte dabei allerdings nicht vergessen werden. Deshalb muss im Vorfeld genau überlegt werden, ob in Ihrem Unternehmen ein Karriereblog umgesetzt und betrieben werden kann. Um den entsprechenden Aufwand für die Beteiligten möglichst gering zu halten, ist es auch hier sinnvoll, mehrere Autoren mit der Veröffentlichung von Beiträgen zu beauftragen.




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